Tutorial: Halloween-Horror-Film

Halloween-Horror-Film – mit Green- und Bluescreen arbeiten
Am 31. Oktober ist es wieder so weit: Halloween wird gefeiert. In den letzten Jahren ist das ursprünglich irische und heute typisch amerikanische Fest auch hier immer beliebter geworden. Und somit bietet sich der perfekte Anlass für eine ausgelassene Halloween-Party.
Lade Freunde und Verwandte ein, sorge dafür, dass sich alle verkleiden und präsentiere dann die Überraschung des Abends: die Produktion eures eigenen Halloween-Horror-Films.

Alles was Du dazu brauchst, ist eine gleichmäßig grüne oder blaue Fläche, vor der Du Deine kostümierten Darsteller filmen kannst. Anschließend kannst Du sie mit Hilfe von MAGIX Video deluxe in jedes beliebige Setting versetzen und mit Audio- und Bildeffekten für zusätzliche Spannung sorgen.

Wie das alles geht, erfährst Du in diesem Tutorial.

Zur Anregung Deiner Fantasie haben wir eine spezielle Halloween-Kollektion mit unterschiedlichen Catooh-Medien für Dich zusammengestellt.

Green- und Bluescreen – Was ist das eigentlich?
Sowohl in der Spielfilmproduktion als auch im Fernsehen wird häufig mit Blue- und Greenscreens gearbeitet, auch wenn der Zuschauer dies heutzutage aufgrund der ausgereiften Technik oft nicht mehr mitbekommt.
Die meisten Nachrichtensendungen arbeiten mit dieser Technik. Meist steht der Nachrichten­sprecher an einem Tisch vor einem blauen oder grünen Hintergrund (Screen). Dieser wird dann am Computer ausgeschnitten und die Aufnahme des Sprechers wird über ein digital eingefügtes Nachrichtenstudio gelegt, in dem Beispielsweise Bilder zu den einzelnen Meldungen erscheinen.
Auch Spielfilme wären ohne diese Technik kaum Vorstellbar, besonders solche aus dem Fantasy oder Science Fiction Bereich. Die Darsteller werden vor einem Screen gefilmt, welcher in der Nachbearbeitung ausgeschnitten wird („Keying“). Anschließend wird an dessen Stelle ein neuer Hintergrundfilm eingefügt und es sieht so aus, als befänden sich die Darsteller nun in diesem Setting, statt vor einer farbigen Wand im Studio.

Vorbereitung
Auch wenn professionelle Filmschaffende andere Möglichkeiten haben als Du zuhause, kannst Du bei der Arbeit mit einem Blue- oder Greenscreen dennoch gute Ergebnisse erzielen, wenn Du auf folgende Aspekte achtest:

Konzept
Ehe Du mit den Dreharbeiten beginnen kannst, musst Du einige Vorbereitungen treffen. Neben dem technischen Aufwand gilt es auch, sich einen groben Ablauf für die Handlung des Films zurecht zu legen. Mache diese am Besten auch davon abhängig, welche Art von Bildmaterial Dir zur Verfügung steht, um Deine Darsteller später in andere Szenerien zu versetzen. Hast Du schaurig-schöne Aufnahmen von einem alten Friedhof? Oder von den dunklen Gängen einer mittelalterlichen Burg? Was könnte dort passieren?
Bereite einen Zettel mit groben Angaben zur Geschichte und dem Schauplatz vor und gib ihn Deinen Gästen zu lesen, ehe Du sie filmst, damit sie sich überlegen können, was sie darstellen.

Screen bauen
Nun musst Du einen Blue- oder Greenscreen bauen. Dazu brauchst Du entweder eine Wand, die Du grün oder blau anmalen kannst (das kann auch eine Stellwand sein) oder ein Tuch in einer der beiden Farben, das Du an einer Wand anbringen kannst. In jedem Fall sollte Dein Hintergrund matt und glatt/faltenfrei sein, um Spiegelungen oder Schattenwurf zu verhindern. Denn diese können in der späteren Bearbeitung für störende Bildfehler sorgen.
Im Fachhandel gibt es spezielle Stoffe für diese Zwecke, welche jedoch verhältnismäßig teuer sind, weshalb sich ihre Anschaffung nur dann lohnt, wenn sie häufiger gebraucht werden. Für eine Party tun es im Grunde auch blaue oder grüne Bettlaken, die nebeneinander an eine Wand gehängt werden. Achte dann aber auf glatte Übergänge und entscheide Dich möglichst für knallige Farben. Bedenke, dass durch das „chroma keying“ die ausgewählten Farben transparent werden. Blau und Grün werden aus dem Grund genutzt, dass sie relativ wenig am menschlichen Körper vorkommen und deshalb weniger Bildstörungen entstehen. Je „unnatürlicher“ also die Farbe Deines Hintergrundes ist, desto besser wird das Ergebnis.



Beleuchtung
Beim Arbeiten mit einem Screen ist es besonders wichtig, auf eine gute Beleuchtung zu achten. Dabei müssen sowohl der Hintergrund als auch die Darsteller gut ausgeleuchtet sein, um einen möglichst klaren Kontrast zu erzeugen. Denn je stärker sich die Darsteller von dem Hintergrund abheben, desto besser sieht das Ergebnis in Deinem Film aus.
Sorge dafür, dass Dein Screen gleichmäßig ausgeleuchtet ist und nicht etwa zu den Ecken hin dunkler wird. Für diesen Zweck sind Beispielsweise Baustrahler sehr gut geeignet, die Du aus  verschiedenen Richtungen anordnen solltest, um Schatten zu vermeiden. Du kannst die Intensität der Farbe deines Screens außerdem noch verstärken, indem Du ihn mit grünem oder blauem Licht beleuchtest.
Deine Darsteller kannst Du dann zusätzlich mit den Komplementärfarben beleuchten. Treffen Komplementärfarben als Licht aufeinander, heben sie sich gegenseitig auf und erzeugen weißes Licht. Dadurch kannst Du verhindern, dass indirektes grünes oder blaues Licht auf Deine Darsteller trifft und die Konturen verwischt. Komplementär zu Grün nutze rotes bzw. magentafarbenes Licht, Blau wird durch gelbes Licht komplementiert.



Komplementärfarben
Achte darauf, Deine Darsteller von der Seite zu beleuchten, um Schatten im Hintergrund zu vermeiden. Aus diesem Grund sollten sie auch nicht zu nah vor dem Screen stehen, da dadurch nicht nur Schatten entstehen können, sondern auch die Wahrscheinlichkeit wächst, dass sie indirekt von dem Screen beleuchtet werden. Ist dies der Fall, können die Konturen bei der Nachbearbeitung schnell verschwimmen, da die angestrahlten Flächen ebenfalls leicht transparent werden.

Dreharbeiten
Achte beim Filmen darauf, dass Deine Darsteller stets vor dem Screen bleiben, dass also der Hintergrund völlig von diesem verdeckt ist. Denn später eine weiße Wand heraus zu retuschieren, die sich an den Bildrand geschummelt hat, kann sehr mühselig sein.
Lasse sie alleine oder in Gruppen spielen und die Handlung entwickeln. Nimm ruhig verschiedene Szenen auf, um am Ende eine große Auswahl zu haben.
Der Fokus Deiner Kamera sollte stets auf den Darstellern liegen, da sie als einzige zu sehen sind, wenn der Hintergrund herausgeschnitten wird. Außerdem kannst Du kleine Fältchen oder Schatten im Hintergrund verschwinden lassen, wenn dieser nicht ganz scharf gefilmt wird.
Besonders wichtig ist aber, dass Deine Darsteller nichts an sich tragen, das die gleiche Farbe wie Dein Screen hat. Armbanduhren, Halstücher oder ähnliches in diesen Farben sollten vor dem Drehen abgelegt werden, wenn Du nicht willst, dass nachher abgetrennte Hände oder Köpfe durch Deinen Film schweben... Andererseits kann man solche Effekte aber auch gezielt einsetzen... Also seid kreativ!

Nachbearbeitung
Kaum sind alle Aufnahmen im Kasten, kommt die eigentliche Arbeit: die Nachbearbeitung und der Schnitt Deiner Aufnahmen in MAGIX Video deluxe.

Chroma Keying
Wenn Du Dich entschieden hast, welche Hintergründe Du mit den Screen-Aufnahmen verbinden möchtest, musst Du diese in MAGIX Video deluxe einfügen.
Lege dazu die zu kombinierenden Aufnahmen in zwei Bildspuren übereinander. Dabei ist es besonders wichtig, dass die Screen-Aufnahme in der unteren Bildspur liegt, da in MAGIX Video deluxe die untere Bildspur stets über die obere gelegt wird. Andernfalls wäre nur der Hintergrund zu sehen, wenn Du das Video abspielst.



Nun öffne das Effekte-Menü, klicke auf „Videoeffekte“ und dann „Chroma Key“. Dort kannst Du unter „auszublendende Farbe“ die Farbe Deines Screens auswählen, damit diese transparent wird. Auf dem Vorschaubildschirm ist nun das ausgeschnittene Objekt, in diesem Fall Dein Darsteller, vor dem neuen Hintergrund zu sehen.



Abhängig von der Qualität der Screen-Aufnahmen, kann es vorkommen, dass die Konturen etwas kantig oder unsauber sind. Wenn Du die Einstellungen für „Schwellenwert“ und „Überblendbereich“ änderst, kannst Du das Ergebnis verfeinern.
Und so könnte es dann aussehen:



Soundeffekte
Nun fehlen nur noch die richtigen Geräusche für Deinen Horrorfilm. Denn was wäre ein Schockmoment ohne den entsprechenden Knalleffekt? Was wäre ein düsterer Wald ohne einen unheimlichen Klangteppich? Du siehst also, dass Dein Film auf keinen Fall klanglich nackt bleiben darf.
Professionelle Filme  werden mit einer ganzen Reihe von Audiospuren unterlegt, weshalb sie eine dichte, greifbare Atmosphäre erhalten, die den Zuschauer noch tiefer in die Welt des Films zieht. Also nutze die vielen Spuren, die MAGIX Video deluxe Dir bietet (je nach Version bis zu 99 Spuren) und schaffe einen ganz speziellen Klang für Deinen Film. Zur Gestaltung Deiner Tonspur stehen Dir dank Catooh zahlreiche Geräusche, Effekte und Songs zur Verfügung, mit denen Du für die passende Stimmung sorgen und Deinen Aufnahmen zusätzliche Tiefe verleihen kannst.



Tipp: Passende Effektsounds findest Du bei Catooh in der Kategorie „Sounds & FX“. Stimmungsvolle Musik findest Du unter „Songs“ oder wenn Du gezielte Eingaben in die Suchmaske machst (Horror, Spannung etc.).

Wenn Du all das berücksichtigst, steht dem Gelingen Deines Halloween-Horror-Films und dem Erfolg Deiner zukünftigen Arbeit mit Blue- oder Greenscreens eigentlich nichts mehr im Wege.

Wir wünschen Dir viel Spaß damit!

Dein Catooh-Team

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